Summen gegen Panik: Warum ein einfacher Ton beim Ausatmen hilft.
Es klingt fast zu simpel, um etwas zu bewirken: Du atmest ein, und beim Ausatmen summst du – ein leises, gleichmässiges „mmmm". Kein Hilfsmittel, keine App-Anleitung nötig, du hast es immer dabei. Und trotzdem spüren viele Menschen dabei, wie sich etwas löst. Dieser Text erklärt, was beim Summen passiert, warum es beruhigen kann – und was man ehrlicherweise dazu (noch nicht) weiss.
Qlear Calm - Warum Summen hilft
Was Summen eigentlich ist
Beim Summen atmest du ganz normal ein und lässt die Ausatmung dann mit einem stimmhaften Ton ausklingen. In Qlear Calm ist das etwa vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden summend ausatmen – ein ruhiger Rhythmus von rund sechs Atemzügen pro Minute.
Das Entscheidende steckt in diesem Verhältnis: Die Ausatmung ist länger als die Einatmung. Und genau das ist wahrscheinlich der Kern, warum Summen wirkt – dazu gleich mehr.
Warum eine lange Ausatmung beruhigt
Erinnerst du dich an den Grundgedanken hinter dem Atmen bei Panik? Dein Körper hat zwei Modi – einen Alarm-Modus und einen Ruhe-Modus. Eine langsame, verlängerte Ausatmung ist eines der wenigen Dinge, mit denen du den Ruhe-Modus bewusst anstupsen kannst. Sie signalisiert dem Körper: Es ist gerade keine Gefahr, du darfst runterfahren.
Das Summen macht diese lange Ausatmung fast von selbst. Weil du den Ton hältst, dehnst du die Ausatmung ganz natürlich – ohne dass du bewusst „langsam ausatmen" denken musst. Der Ton übernimmt das für dich. Das ist der eigentliche, gut nachvollziehbare Wirkmechanismus: nicht der Klang an sich, sondern dass er dir hilft, langsam und lange auszuatmen.
Der Ton als Anker
Es kommt aber noch etwas dazu, das im akuten Moment hilfreich ist. Wenn du summst, gibt dir der Ton etwas zum Festhalten – du hörst ihn, du spürst die leichte Vibration in Brust und Kopf. In einem Moment, in dem die Gedanken rasen, ist so ein einfacher, spürbarer Anker Gold wert. Deine Aufmerksamkeit hat plötzlich etwas Konkretes, an dem sie sich orientieren kann, statt sich in der Angst zu verlieren.
Für viele Menschen ist genau das der Grund, warum sich Summen anders anfühlt als stilles Atmen: Es gibt mehr, worauf man sich stützen kann.
Was die Forschung sagt – und was nicht
Ehrlich bleibt ehrlich: Summen ist untersucht worden, aber nicht so gründlich, wie man es sich wünschen würde. Es gibt Hinweise darauf, dass es Anspannung und Angst kurzfristig senken kann. Studien haben auch genau diesen ruhigen Summen-Rhythmus angeschaut und seine Wirkung auf körperliche Entspannungswerte beschrieben. (Quellen dazu findest du am Ende des Beitrags.)
Was die Forschung aber nicht eindeutig zeigt, ist, dass das Summen etwas grundlegend Besseres bewirkt als eine einfache langsame Atmung. Der wahrscheinlich wichtigste Wirkfaktor bleibt der ruhige, verlängerte Atem – der Ton ist eine schöne, hilfreiche Ergänzung, die das Ganze leichter und greifbarer macht. Man sollte sich also keine Wunder vom Summton allein versprechen. Aber als einfacher, jederzeit verfügbarer Weg, langsam auszuatmen und einen Anker zu haben, ist es eine ehrliche, gute Option.
Und für den Alltag zählt vor allem das: Es ist unkompliziert, du brauchst nichts dafür, und viele empfinden es als angenehm.
So machst du es
Ganz einfach:
Atme ruhig durch die Nase ein – nicht besonders tief, einfach angenehm.
Lass die Ausatmung mit einem leisen „mmmm" ausklingen, so lange es sich gut anfühlt.
Summe leise und bequem, nicht möglichst laut oder lang. Es ist kein Wettbewerb.
Wiederhole das ein paar Mal – in Qlear Calm sind es etwa fünf, sechs Atemzüge, rund eine Minute.
Wenn dir zwischendurch schwindlig wird oder sich das Atmen unangenehm anfühlt, kehr einfach zur normalen Atmung zurück. Und falls Summen für dich nicht passt – weil du geräusch- oder vibrationsempfindlich bist, gerade unter Menschen bist oder einen gereizten Hals hast – ist das völlig in Ordnung. Es ist eine Option von vielen, kein Muss.
Wann Summen besonders passt
Summen eignet sich gut, wenn du unruhig oder angespannt bist und etwas Einfaches suchst, das dich erdet. Es ist eine schöne erste Option zum Ausprobieren – gerade weil es so niedrigschwellig ist. In einer akuten Panikattacke funktioniert es bei manchen, bei anderen nicht; das ist sehr persönlich. Am besten findest du in ruhigen Momenten heraus, ob es zu dir gehört – dann ist es im Ernstfall vertraut.
Genau dafür ist Qlear Calm gedacht: dir verschiedene Werkzeuge anzubieten, damit du in Ruhe herausfinden kannst, welches für dich funktioniert.
Studien zum Weiterlesen:
Sharma, S. K., Kala, N. & Telles, S. (2022): Volitional Yoga Breathing Influences Attention and Anxiety. Complementary Medicine Research, 29(2), 120–126. Die Studie untersuchte unter anderem Summen (Bhramari) und fand danach eine Abnahme der Zustandsangst – ähnlich wie bei anderen ruhigen Atemtechniken. doi.org/10.1159/000519715
Trivedi, G. Y., Kathirvel, S., Sharma, K. & Saboo, B. (2023): Effect of Various Lengths of Respiration on Heart Rate Variability during Simple Bhramari (Humming). International Journal of Yoga, 16(2), 123–131. Untersuchte verschiedene Summen-Rhythmen und ihre Wirkung auf die Herzratenvariabilität, einen körperlichen Entspannungsmarker. doi.org/10.4103/ijoy.ijoy_113_23
Kurz und ehrlich: Die Texte hier basieren auf eigener Erfahrung und Auseinandersetzung mit dem Thema – nicht auf einer medizinischen Ausbildung. Sie beschreiben, was vielen Menschen hilft, sind aber kein fachlicher Rat für deinen Einzelfall. Qlear Calm ist kein Medizinprodukt und ersetzt weder ärztliche noch therapeutische Hilfe. Wenn dich Panikattacken belasten, sprich mit einer Ärztin oder Therapeutin darüber. Und wenn es sich wie ein Notfall anfühlt, hol dir sofort Hilfe – Notruf 144 (CH) / 112 (DE, AT). Bei seelischer Not sind auch die Dargebotene Hand (143, CH), die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, DE) und die Telefonseelsorge Österreich (142) rund um die Uhr für dich da.